Die BIP-Berechnung fasst die gesamtwirtschaftlichen Leistungen eines Jahres zusammen, die in einem Land erbracht werden. Sie dient als Indikator für die Wertschöpfung hinsichtlich aller im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen, soweit diese nicht als Vorleistungen für die Produktion anderer Waren und Dienstleistungen verwendet werden. Es gibt dabei drei prinzipielle Ansätze, die Wertschöpfung zu bestimmen (nominal). Dies ist zum einen die Entstehungsrechnung (Produktionsansatz). Bei dem Produktionsansatz ermittelt man die Wertschöpfung als Differenz zwischen dem (Markt-)Wert aller produzierten Waren und Dienstleistungen (Produktionswert) und dem Vorleistungsverbrauch, zzgl. allen nicht abzugsfähigen Gütersteuern (beispielsweise Mineralöl- oder Mehrwertsteuer) und abzüglich etwaiger Gütersubventionen. Bei der Verwendungsrechnung ermittelt man den Konsum aller privaten Haushalte, aller privaten Organisationen ohne Erwerbscharakter und der öffentlichen Hand und rechnet hier die Bruttoinvestitionen und die Exporte hinzu, subtrahiert die Importe und bereinigt diese Zahl um Vorratsveränderungen. Bei der dritten Möglichkeit, der Verteilungsrechnung, geht man vom Volkseinkommen aus (Einkommen aus unselbstständiger Arbeit zzgl.
dem Unternehmens- und Vermögenseinkommen) und addiert hierzu Produktions- und Importabgaben an den Staat sowie Abschreibungen, substrahiert etwaige Subventionen. Diese Zahl wird dann noch bereinigt um den Saldo der Primäreinkommen aus der übrigen Welt bzw. an die übrige Welt.
