Hedonische Bewertung

In manchen Ländern, wie beispielsweise der USA, aber in manchen Bereichen mittlerweile auch in der Europäischen Union, werden bei der Berechnung des Bruttoinlandsproduktes hedonische Bewertungen angesetzt. Darunter versteht man Bewertungsverfahren, bei denen qualitative Veränderungen in einem Produkt oder auch einer Dienstleistung bei der Gegenüberstellung der Marktpreise zu unterschiedlichen Zeitpunkten berücksichtigt werden. Ist beispielsweise die Taktfrequenz bei einem „Standard-Computer“ gestiegen und der Preis gleichgeblieben, so resultiert bei einer hedonischen Bewertung daraus ein Absinken der „realen“ Preise. Die Argumentation ist dabei, dass ein Kunde aktuell mehr für sein Geld bekommt als noch im Jahr zuvor. Der „innere“ (reale) Wert ist gestiegen, der Preis (nominale Wert) nicht. Es gab somit kein Inflation, sondern eine Preissenkung (Deflation) für dieses Gut. Bei einer hedonischen Bewertung von Immobilien kommen für die Preisermittlung bspw. noch die äußeren Faktoren hinzu. Wird bspw. in der Nähe eines betrachteten Wohngebäudes eine neue Schule oder ein Kaufhaus gebaut, so ist der innere (Real-) Wert gestiegen, d.h. auch der Preis (nominale Wert) wird höher angesetzt (siehehierzu auch ⇒ BIP).