Algorithmen, maschinelle Intelligenz, BIG DATA

Algorithmen, maschinelle Intelligenz, BIG DATA

Einige Grundsatzüberlegungen

Wir erleben in den letzten Jahren wieder verstärkt eine Diskussion um die Möglichkeit der Künstlichen Intelligenz, die Macht der Algorithmen, die Frage nach der Zukunft dieser Technologie. Der vor kurzem verstorbene frühere Chefredakteur der Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frank Schirrmacher, hat in seinem Buch „EGO – Das Spiel des Lebens“ die Macht der Algorithmen beklagt [13]. Er sieht eine große Gefahr für die Zivilisation, wie wir sie kennen. Der vorliegende Text adressiert eine Reihe dieser Fragen vor dem Hintergrund mehrerer Jahrzehnte Arbeit in diesen Themenfeldern. Er beginnt mit einigen Hinweisen zu Algorithmen und zum Thema der Intelligenz von Mensch und Maschine, geht auf die IT-Revolution ein, behandelt dann die aktuelle Debatte um Big Data und gibt einige Hinweise bezüglich möglicher Zukünfte aus Sicht des Autors.

Einige Grundsatzüberlegungen

Ein Rückblick auf 30 Jahre “Zukunftsbibliothek”

Ein Rückblick auf 30 Jahre Zukunftsbibliothek

Die Normalität des Außergewöhnlichen

Das „Undenkbare“ ermöglichen
In der nunmehr dreißigjährigen Geschichte der JBZ, die sich der Erkundung des Möglichen, des Wahrscheinlichen, des Unerwünschten und des Wünschenswerten widmet, erscheint vieles ungewöhnlich, ja in mancher Hinsicht sogar undenkbar. In diese Kategorie einzuordnen ist etwa die Errichtung in Form einer Stiftung. „Vereine“, so habe ich Robert Jungk in Erinnerung, „gibt es gerade in Österreich unzählige.
Sie kommen und gehen. Eine Stiftung aber hat Bestand, und das ist mir wichtig.“ Der erklärten, unverrückbaren Absicht der Gründungspersönlichkeit – die darin von Ruth, seiner vehementen und ihn Jahrestage im Allgemeinen, runde Jubiläen im Besonderen laden ein zu kontrollierter Schubumkehr. Denn anders als beim alltäglichen, nach vorne gerichteten Blick, der primär auf das Notwendige und im günstigen Fall auf das Wünschenswerte ausgerichtet ist, drängt zu dieser Gelegenheit das Vergangene zurück an die Oberfläche, um reflektiert, kritisch bewertet und in neuem Licht betrachtet zu werden. Als kleiner, subjektiver Beitrag in diesem Kontext sind auch die folgenden Zeilen zu sehen.
„Unsere Bibliothek“ ist auch nach dreißig Jahren ohne Robert Jungk für mich nicht denkbar. Für jene, die ihm begegnen, ihn erleben und mit ihm arbeiten durften, ist und bleibt er gegenwärtig. Sein Charisma und sein Auftrag, sich gewissermaßen mit Haut und Haar der Zukunft zu verschreiben, ihre Potenziale im Negativen auszuloten und im Positiven auszuschöpfen, das war ihm, das ist mir und das ist uns – freilich unterschiedlich akzentuiert – zum Leitmotiv des beruflichen Wirkens geworden. Ich spreche damit nicht nur
meine erste persönliche Begegnung mit Robert Jungk an, die mit den Worten enden sollte: „Ich glaube, Sie sind der Richtige. Versuchen wir es miteinander“. Diese spontane, folgenreiche Einladung war für mich stets Auszeichnung, Verpflichtung und Herausforderung zugleich.
Für Bob, wie Freunde ihn nennen durften, war das „Elixier Neugier“ prägend. Er propagierte und er lebte das „Abenteuer Zukunft“ und legte dabei größten Wert darauf, das weite Terrain des Vor-uns-Liegenden zu erkunden. Dies gilt, wie mir rückblickend deutlich wird, nicht nur für seine Stiftungserklärung, in der die inhaltlichen Zielvorgaben der „Zukunftsbibliothek“ festgeschrieben sind, sondern ebenso für die Einrichtung selbst.

Pro Zukunft 2016
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Franz Josef Radermacher über künstliche Intelligenz und mögliche Zukünfte der Welt

Franz Josef Radermacher über künstliche Intelligenz und mögliche Zukünfte der Welt

Bertal Dresen (BD): In meinem Blog-Beitrag über Sie von Anfang April hatte ich vor allem Ihre politischen Aktivitäten hervorgehoben. Deshalb möchte ich jetzt gerne einige fachliche Fragen vorwegschicken. Im Namen Ihres Forschungsinstituts steckt der Begriff ‚anwendungsorientierte Wissensverarbeitung‘. Ist das nicht eine sehr spezielle Auffassung dessen, was Informatik soll und kann, und andererseits eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, was die Wissenschaften im Allgemeinen betrifft? Wie sehen Sie dies? Wie wurden Sie mit dieser Spannung fertig in den fast 30 Jahren Ihrer fachlichen Tätigkeit? Welche markanten fachlichen Ergebnisse verbinden Sie mit Ihren Ulmer Forschungen?…

Interview
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Globale Nachhaltige Entwicklung: Situation nach dem G20-Gipfel in Antalya mit Empfehlungen zur deutschen G20-Präsidentschaft 2017

Globale Nachhaltige Entwicklung

Situation nach dem G20-Gipfel in Antalya mit Empfehlungen zur deutschen G20-Präsidentschaft 2017

Die Geschichte der Menschheit hat uns gezeigt, dass technischer Fortschritt und soziale Innovationen zu zivilatorischen Auseinandersetzungen und kulturellen Konflikten, aber auch zu Frieden und Wohlstand führen können. Unter Führung der G20-Staaten kann die Weltgemeinschaft für weitere technische und soziale Errungenschaften (Innovationen) sorgen, und zwar in einer Weise, dass im wesentlichen alle Menschen davon profitieren (Inclusion) können und es weltweit zu einer Nachhaltigen Entwicklung kommt (Implementation). Die türkische G20-Präsidentschaft 2015 hat mit den „three I’s: Investment, Inclusion, Implementation“ als thematische Ausrichtung und mit der Etablierung der „Women20 (W20)“ einen richtigen Weg für eine weltweite Nachhaltige Entwicklung bzw. für die Umsetzung der SDG’s eingeschlagen. Ausreichend ist das aber noch nicht. Um weitere Erfolge zu erzielen, bedarf es neuer Modelle für die Einbeziehung des Privatsektors in Form von Public-Private-Partnerships sowie gesonderte und bessere Finanzierungsmöglichkeiten für KMU’s durch Multilaterale Entwicklungsbanken (MDB).

In diesem Kontext und vor dem Hintergrund der steigenden Digitalisierung unserer Welt müssen mehr Arbeitsplätze unter bessere Arbeitsbedingungen als heute entstehen, um insbesondere die Eingliederung jüngerer Menschen in die Arbeitswelt sicherzustellen. Ein Fokus der G20-Staaten muss weiterhin auf Balance bzgl. Einkommen und Vermögen liegen, indem auch die finanzielle Eingliederung ärmerer Teile der Welt im Rahmen einer Global Partnership for Financial Inclusion (GPFI) anvisiert wird. Moderne IKT können sich auf diesem Weg als hilfreiche Instrumente erweisen, weshalb sich die Chinesische G20-Präsidentschaft 2016 auf eine „innovative, invigorated, interconnected and inlcusive world economy“ konzentrieren will.

Falls die G20-Staaten ihre Rolle als Vorbilder für die ganze Welt ernsthaft übernehmen und durch (kulturelle) Kooperation die Bereitschaft zeigen, für eine Weltgemeinwohlökonomie zu stehen und dabei eine Ökosoziale Marktwirtschaft bzw. eine „green and inclusive economy“ als (globalen) Ordnungsrahmen einsetzen, dann ist eine globale Nachhaltige Entwicklung möglich. Die G20-Gemeinschaft sollte dieses Ziel als ihre Mission verfolgen, wobei Deutschland während der G20-Präsidentschaft 2017 eine Vorreiterrolle für ein neues kulturelles Zeitalter übernehmen kann, wenn es sich z.B. primär auf die „five cultural E’s“ (Culture of Economy, Culture of Environment, Culture of Equality, Culture of Education, Culture of Ethics) konzentriert. Diese Chance sollten wir nutzen!

Globale Nachhaltige Entwicklung

Erfolge der Ökosozialen Agenda

Erfolge Ökosoziale Agenda

Für die Vertreter einer Ökosozialen Marktwirtschaft ist es ermutigend zu sehen, wie sich die internationale Orientierung in ökonomischen Fragen seit der Weltfinanzkrise 2007/2008 verändert hat. OECD, IWF, WB sprechen nun wie die UN-Seite von der Notwendigkeit, green and inclusive markets / green and inclusive growth zu verwirklichen. Die Dominanz der Freimarkt- Philosophie ist gebrochen.

In demselben Sinne wird mittlerweile auch darüber gesprochen, dass Freihandel manchmal schaden kann. Zitiert werden der 2009 verstorbene Nobelpreisträger Paul Samuelson und in jüngster Zeit der ehemalige US-Finanzminister Larry Summers. Der angeblich auf Ricardo zurückgehende „Beweis“, dass Freihandel sich immer lohnt, war ohnehin schon immer ein (wohl bewusst produziertes) Missverständnis: Ricardo hat eine solche Aussage nie in voller Allgemeingültigkeit getroffen oder gar bewiesen, sondern nur unter sehr engen Randbedingungen.

Für den für Dezember in Paris angestrebten Klimavertrag ist bereits ein Green Climate Fonds von mindestens 100 Milliarden US-Dollar gesetzt, den die reichen Länder ab 2020 jährlich füllen sollen, um mit diesen Mitteln in ärmeren Ländern sowohl Maßnahmen des Klimaschutzes als auch Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel zu finanzieren. Dies ist ein wichtiges neues Element der Querfinanzierung von den voll entwickelten Staaten hin zu den übrigen Staaten, wenn man bedenkt, dass die Gesamtmittel für Entwicklungszusammenarbeit (ODA) zurzeit bei (nur) 135 Milliarden Dollar pro Jahr liegen.

Auf OECD-/G20-Ebene wurde zudem das Prinzip eines „automatischen Datenaustausches“ zwischen Banken und Finanzämtern für 50 Staaten vereinbart. Die Schweiz hat ihr „Geschäftsmodell“ wesentlich verändert.

Die OECD thematisiert weiterhin die Notwendigkeit balancierter Einkommensverteilungen und beklagt die sich öffnende Schere in den reichen Ländern und deren negative Folgen für die ökonomische Leistungsfähigkeit. Die OECD hat mit ihrer konsequenten Argumentation dazu beigetragen, dass in Deutschland endlich ein Mindestlohn eingeführt wurde. Die Balance der Einkommensverteilung, ein wichtiges Anliegen der ökosozialen Bewegung, ist auch als eines der Kriterien im Nachhaltigkeits-Index der OECD, dem „Better Life Index“ enthalten.

Schließlich ist die EU nicht nur dabei, endlich die Bemessungsgrundlage für die Ertragssteuern von Unternehmen zu harmonisieren, sondern thematisiert inzwischen endlich auch Mindeststeuersätze für Unternehmen.

Die ökosoziale Agenda hat große Fortschritte gemacht.

Kurze Version (deutsch)
Short Version (english)
Lange Version (deutsch)
Long Version (english)

Zukunftsforscher: „Der Planet fliegt uns um die Ohren“

Zukunftsforscher: Der Planet fliegt uns um die Ohren

Interview von kurier.at mit Dirk Solte

KURIER: Müssen wir uns Sorgen um unser Wirtschafts- und Finanzsystem machen?

Dirk Solte: Das kann man wohl sagen. Unsere Produktions- und Konsumkultur verbraucht momentan eineinhalb Planeten. Wir können also nicht den Hunger von immer mehr Menschen stillen, ohne dass uns der Planet um die Ohren fliegt. Wobei Hunger von der Gesellschaft abhängig ist: Meine Tochter hungert nach einem Smartphone, und ich kann ihr deshalb nicht einmal böse sein.

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Swellmoney and Sustainability

Swell Money and Sustainability

Unriddle our Destiny

The aftermath of the financial crisis of 2007-08 changed for many people the understanding of how the economy works. For many years, the Global Marshall Plan Initiative, the Club of Rome, the Eco-Social Forum Europe and other well-respected organisations have advocated for adequate global governance and more regulation of markets, specifically financial markets.
On the contrary, market fundamentalists have argued that no policymaker can outsmart markets, with their alleged self-healing powers. The eruption of the financial crisis was no surprise to us, whereas the market fundamentalists were dumbfounded by what had happened and shocked that their models did not hold.
After the fall of the Berlin Wall in 1989, market fundamentalism, driven by huge ambitions of power, became the leading paradigm: free-flow of capital, minimal state control and deregulated business and -trade were positioned as the framework conditions needed to solve all societal problems. This dogma is based on the idea that totally free markets inherently guarantee the best allocation of resources, hence securing the path for growth, in terms of GDP, jobs, income, and even sustainability. The financial sector and its “spin doctors” were successful in terms of manoeuvring the political debate in their favour, positioning themselves as relatively neutral economic catalysts; similar to a casino, where net gains and net losses compensate each other. Such seemingly harmless economic players, they argued, should not be burdened by taxation and regulations for transparency, but instead should be granted unlimited freedom in order to maximize net wealth.
This was indeed a compelling “narrative” and many even believed it to be fact. Hence, it is all the more astonishing that a major player in the global financial market like George Soros claimed since a long time that it was a fairy tale. He generated huge market gains using his superior knowledge of the financial system. Soros’s work focuses mainly on the concept of reflexivity: investors’ understanding of the dominant- or the supposedly dominant economic paradigm and participation in the capital markets may at times affect economic performance.
Once an insight is out of the box, it changes the situation and might then not be true anymore. This is a complicated form of feedback and adds to the fact that actors in the economy generally lack foresight. Situations in financial markets therefore often may change heavily and unexpectedly. Insiders use and feed this volatility to their advantage. Their “special” know-how enables them to tweak the system in ways that generate profit. Due to the lack of transparency, these dubious activities go largely unnoticed. As long as they can get away with the “casino metaphor”, they can even avoid paying taxes.
Before 2007, there were hardly any publications available that provided in-depth insights into the workings of the economy. Only few people knew what was going on and were able to predict the crisis ahead. One of these economic forecasters was Dirk Solte from the FAW/n in Ulm, Germany. Using the institute’s expertise on globalization and deregulation, as well as his own research results, Solte forecasted the financial crisis; his scientific argumentation was in line with that of the Eco-Social Forum Europe, the Global Marshall Plan Initiative, the Senate of the Economy, the Club of Rome, to name a few.
Another expert on market regulation is Wolfgang Eichhorn. For decades, Eichhorn has analysed market controls, macro-economic scenarios and impossibility results to devise adequate market regulations. Some years ago, Eichhorn came up with the idea that the so-called “magical quadruple” of German economic policy (adequate- and constant economic growth – price level stability – high rate of employment – balance in foreign trade) needs to be extended to nine economic parameters, including two that focus on the environment and the nature of the income distributions. Since the last financial crisis, the theories of Solte and Eichhorn have been broadly debated. Nevertheless, it is
noteworthy, that the theories described in this book are anything, but mainstream. More importantly, their theories are scientifically reliable. Prior to the fall of Lehman Brothers, Dirk Solte published a book in which he drew up a prognosis for the economic turmoil that lay ahead. Together with Franz Josef Radermacher, he worked on several projects related to the economic crisis, including teaching material for the general public.
The book “Swellmoney and Sustainability” was originally part of a series published by the Foundation “Forum für Verantwortung“ under the guidance of Klaus Wiegandt. It gives a comprehensive overview of the authors’ analysis work as well as those of other esteemed economists. We hope that it finds many readers and that those readers will benefit from the insights on a highly important issue for our common future. Especially the young generation should learn that today money is quite different from what it was a decade ago. Unfortunately it is still taught the old way at many places.

Franz Josef Radermacher
Club of Rome

Frithjof Finkbeiner
Global Marshall Plan Foundation

Swell Money and Sustainability (Intro)

Microcredit – Addressing an Ongoing Debate (en)

Microcredit

– Addressing an Ongoing Debate
(english version)

In 2006 the Nobel Peace Prize was awarded jointly to Prof. Muhammad Yunus and Grameen Bank, the first of several social business enterprises he founded in Bangladesh. The Nobel committee honored “their efforts to create economic and social development from below”. The concept of microcredits, small loans to poor people, attained global public awareness and their most prominent promoter received international fame. In the course of the resulting „hype“ to help the poor, questionable and even unacceptable forms of microcredit emerged. These developments are not very different from what we have witnessed broadly concerning the creation and promotion of ever more “innovative” financial instruments in the global monetary markets in the time before the crisis breaking out 2007/2008. Financing instruments and the granting of credits are important prerequisites for a functioning economy as a backbone of a wealthy society. However, lacking sufficient regulation all financial products may contain considerable potentials for dysfunctional effects. This negative potential with absolutely unacceptable consequences to the borrowers also emerged in the area of microcredits. Studies were triggered and published, treating microcredits and their impact undifferentiated, focusing exclusively on the negative excesses. Their authors often oppose in principal the idea of small loans to the poor as helpful services by stating that loans cannot substitute for tax-financed community services and social systems and that microcredit therefore in general would be of negative impact to the poor. This judgement is inadequate and above that endangers the future application of valuable financial instruments like microcredits in cooperatives or social networks which do have considerable potential for overcoming poverty. In particular small loans or grants can provide the necessary initial funding to entrepreneurial people capable and willing to work hard to implement successfully their business model, if they are granted free of loanshark conditions, reasonably organized and adapted to the regional and societal circumstances.
The following analogy illustrates, how far from reality and reasonability a one-sided general negative criticism of credit-granting and the microfinance institutions (MFIs) in their entirety is: The latest monetary and economic crisis has shown absolutely unacceptable developments. What if somebody would conclude from what we witness in the aftermath of the latest near-meltdown of the world financial system that the sector of finance and banking in total – cooperatives and savings banks enclosed – is not useful, socially unnecessary, and would not at all support the prosperity of societies and people. All these institutions would be denounced as culprits forcing the world into over-indebtedness and would be made responsible for any kind of social distortion, arguing that the granting of credits belongs to their core business, but social systems cannot be substituted by loans. It would be further argued that loans do have in general no or negative impact since poverty, hunger and underdevelopment cannot be overcome broadly by granting credits. Hence, no credits should be granted. Instead tax-financed powerful, high-quality and efficient community services and social systems should worldwide be provided to guarantee all people in the world their fair share in participation. Neither is there any idea where and by whom the added value necessary for financing such a program should be created nor how the implementation of all prerequisites for value creation could be achieved. This concerns e.g. all infrastructures and institutions of a global economic system that takes into account and overcomes the problems that we already have today. One of these problems is that already today we operate beyond the ecological carrying capacity of our planet. This complex of questions is ignored. So as if the answers to these questions together with the demanded social systems simply fell from the sky.
In this situation, a couple of institutions are collaborating to work out together the characteristic features of socially positively impacting microcredits. All partners of this study have many years or even decades of work and engagement experience in the subject areas of Globalization, Sustainability, “catch–up” strategies for Development, World Financial System and International Cooperation. The aim of this joint effort is to provide the public with a scientific analysis of microcredit in the context of a complicated global environment. We intend to figure out conducive institutional and organizational conditions and decisive prerequisites that make microcredits an effective instrument of a successful strategy to fight poverty. On the one hand the historical movement has to be respected. On the other hand, development-supporting forms of microcredits within suitable social and economic structures should be differentiated from those forms of exploitative microcredits that financialize poverty, meaning worsening the situation of the borrowers instead of improving it. Indeed, the misuse potential of loans to the poor is considerable, not least because of the high „vulnerability“ of economically badly positioned people. However, the world financial crisis made it clear that misuse of financial services and products is also possible in the wealthiest structures of the world. The magnitude of opportunism of conceived financial market innovations, making use of a lack of transparency and regulatory loopholes, is up to a much higher extent.

Microcredit study (english)

Nachhaltig wirtschaften – Eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft als Zukunftsstrategie

Nachhaltig wirtschaften

Eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft als Zukunftsstrategie

In unserer schnelllebigen Gesellschaft werden wir mit einer Flut von Informationen überschüttet, die ein Nachdenken über grundsätzliche Fragen kaum mehr ermöglicht. Die Beschäftigung mit Themen, die nichts mit dem beruflichen Umfeld zu tun haben, wird immer schwieriger.
Die Schwäbische Gesellschaft versucht deshalb, mit drei bis fünf Vorträgen im Jahr ganz unterschiedliche Fragen anzusprechen, die im alltäglichen Leben entweder zu kurz kommen oder nur oberflächlich behandelt werden können, aber wichtig für unsere Zukunft sind.
Soweit die Referentinnen und Referenten uns die Manuskripte zur Verfügung stellen, werden wir diese möglichst schnell veröffentlichen und den Mitgliedern zusenden.
Globalisierung ist heute in aller Munde, vom Klimawandel hat vermutlich schon jedes Kind einmal gehört. Unstrittig ist ebenso, dass die meisten Probleme allein im internationalen Maßstab gelöst werden können, nicht nur die militärischen Konflikte in der Ukraine und im Nahen und Mittleren Osten,sondern zum Beispiel auch das Schließen von Steueroasen und Steuerschlupflöchern.
Von der Einsicht in die vorhandenen Probleme bis zum Finden von allgemein akzeptierten Lösungen ist es wie immer ein weiter Weg. Hier setzte der Vortrag von Prof. Radermacher vor der Schwäbischen Gesellschaft an. Wie kann man die unaufhaltsam auf uns zukommenden Probleme so lösen, dasssie in einer Demokratie mehrheitsfähig sind und nicht auf Kosten Anderer erfolgen? Die Mut machenden Wörter sind dabei Nachhaltigkeit und Ökosoziale Marktwirtschaft.
Angesichts des komplexen Themas hat uns Herr Prof. Radermacher eine erweiterte Fassung seines Vortrages zur Verfügung gestellt, den er mit Frau Prof. Herlyn verfasst hat. Darin schildern die beiden Autoren, vor welch großen Herausforderungen wir stehen.
Sie verfallen dabei aber nicht in eine Katastrophenstimmung, sondern zeigen die Möglichkeiten und Chancen dieses angestrebten Wandels auf. Und vielleicht am wichtigsten: Er ist zu schaffen.

Dr. Thomas Schnabel
Präsident der Schwäbischen Gesellschaft

Cover Nachhaltig wirtschaften

Income Modeling and Balancing – A Rigorous Treatment of Distribution Patterns

Income Modeling and Balancing

A Rigorous Treatment of Distribution Patterns

This book presents a rigorous treatment of the mathematical instruments available for dealing with income distributions, in particular Lorenz curves and related methods. The methods examined allow us to analyze, compare and modify such distributions from an economic and social perspective. Though balanced income distributions are key to peaceful coexistence within and between nations, it is often difficult to identify the right kind of balance needed, because there is an interesting interaction with innovation and economic growth. The issue of justice, as discussed in Thomas Piketty’s bestseller “Capital in the Twenty-First Century” or in the important book “The Price of Inequality” by Nobel laureate Joseph Stiglitz, is also touched on. Further, there is a close connection to the issue of democracy in the context of globalization. One highlight of the book is its rigorous treatment of the so-called Atkinson theorem and some extensions, which help to explain under which type of societal utility functions nations tend to operate either in the direction of more balance or less balance. Finally, there are some completely new insights into changing the balance pattern of societies and the kind of coalitions between richer and poorer parts of society to organize political support in democracies in either case.
Oxford University’s Sir Tony Atkinson, well known for his so-called Atkinson theorem, writes in his foreword to the book: “[The authors] contribute directly to the recent debates that are going on in politics. […] with this book the foundation of arguments concerning a proper balance in income distribution in the sense of identifying an ‘efficient inequality range’ has got an additional push from mathematics, which I appreciate very much.”

Flyer Cover Income Modeling and Balancing (Intro)