Globale Nachhaltige Entwicklung

Situation nach dem G20-Gipfel in Antalya mit Empfehlungen zur deutschen G20-Präsidentschaft 2017

Die Geschichte der Menschheit hat uns gezeigt, dass technischer Fortschritt und soziale Innovationen zu zivilatorischen Auseinandersetzungen und kulturellen Konflikten, aber auch zu Frieden und Wohlstand führen können. Unter Führung der G20-Staaten kann die Weltgemeinschaft für weitere technische und soziale Errungenschaften (Innovationen) sorgen, und zwar in einer Weise, dass im wesentlichen alle Menschen davon profitieren (Inclusion) können und es weltweit zu einer Nachhaltigen Entwicklung kommt (Implementation). Die türkische G20-Präsidentschaft 2015 hat mit den „three I’s: Investment, Inclusion, Implementation“ als thematische Ausrichtung und mit der Etablierung der „Women20 (W20)“ einen richtigen Weg für eine weltweite Nachhaltige Entwicklung bzw. für die Umsetzung der SDG’s eingeschlagen. Ausreichend ist das aber noch nicht. Um weitere Erfolge zu erzielen, bedarf es neuer Modelle für die Einbeziehung des Privatsektors in Form von Public-Private-Partnerships sowie gesonderte und bessere Finanzierungsmöglichkeiten für KMU’s durch Multilaterale Entwicklungsbanken (MDB).

In diesem Kontext und vor dem Hintergrund der steigenden Digitalisierung unserer Welt müssen mehr Arbeitsplätze unter bessere Arbeitsbedingungen als heute entstehen, um insbesondere die Eingliederung jüngerer Menschen in die Arbeitswelt sicherzustellen. Ein Fokus der G20-Staaten muss weiterhin auf Balance bzgl. Einkommen und Vermögen liegen, indem auch die finanzielle Eingliederung ärmerer Teile der Welt im Rahmen einer Global Partnership for Financial Inclusion (GPFI) anvisiert wird. Moderne IKT können sich auf diesem Weg als hilfreiche Instrumente erweisen, weshalb sich die Chinesische G20-Präsidentschaft 2016 auf eine „innovative, invigorated, interconnected and inlcusive world economy“ konzentrieren will.

Falls die G20-Staaten ihre Rolle als Vorbilder für die ganze Welt ernsthaft übernehmen und durch (kulturelle) Kooperation die Bereitschaft zeigen, für eine Weltgemeinwohlökonomie zu stehen und dabei eine Ökosoziale Marktwirtschaft bzw. eine „green and inclusive economy“ als (globalen) Ordnungsrahmen einsetzen, dann ist eine globale Nachhaltige Entwicklung möglich. Die G20-Gemeinschaft sollte dieses Ziel als ihre Mission verfolgen, wobei Deutschland während der G20-Präsidentschaft 2017 eine Vorreiterrolle für ein neues kulturelles Zeitalter übernehmen kann, wenn es sich z.B. primär auf die „five cultural E’s“ (Culture of Economy, Culture of Environment, Culture of Equality, Culture of Education, Culture of Ethics) konzentriert. Diese Chance sollten wir nutzen!

Globale Nachhaltige Entwicklung