Warum die Einkommensspreizung balanciert sein sollte

Quelle: 
intern
Autor: 
F. J. Radermacher

In der Folge der Weltfinanz- und Weltwirtschaftskrise gibt es eine Debatte über Reichtum und Armut, eine sich zunehmend öffnende Schere im Sozialen und die Frage nach der Gerechtigkeit der Einkommensverteilung. Dabei werden sehr unterschiedliche Positionen eingenommen. Die einen beklagen, dass an der Spitze der Pyramide unglaublich viel Geld verdient wird, und dies teilweise unter Nutzung grenzüberschreitender, teils illegaler Prozesse weitgehend steuerfrei, während am anderen Ende der Einkommensverteilung die untersten Einkommensgruppen, aber auch die Hartz IV Empfänger unter Globalisierungsdruck, absurd niedrigen Löhnen und absehbaren weiteren Sparmaßnahmen zur Bewältigung der Staatverschuldung leiden müssen. Wir beobachten typische Phänomene einer Umverteilung von unten nach oben, verbunden mit einem Ausdünnen der Mitte, und einer Marginalisierung der Schwächsten (Prekarisierung). Dies hat zu einer Debatte über ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ geführt, für das sich inzwischen auch manche Unternehmer einsetzen. Das Kontrastprogramm dazu ist eine zeitweise - im Besonderen durch den deutschen Außenminister - aggressiv geführte Debatte gegen das Sozialschmarotzertum. Hartz IV Empfänger und Niedriglöhner mutierten dabei zu einer Gruppe von Menschen, die relativ bequem und in „spätrömischer Dekadenz“, in einer Hängematte liegend, zu Lasten des Mittelstands und anderer Leistungsträger ein gutes Leben führen.
 
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Sprache: 
Deutsch